Widerstand und Heilung: Feministische Visionen gegen Gewalt an Frauen*
Über das Projekt
„Widerstand und Heilung: Feministische Visionen gegen Gewalt an Frauen*“ war ein mehrteiliges feministisches Kunst- und Empowermentprojekt des FZM*. Es machte die Stimmen und Erfahrungen von Frauen* mit Flucht- oder Migrationsbiografien und/oder BIPoC sichtbar, die Gewalt, Missbrauch, Vergewaltigung, Rassismus und Mehrfachdiskriminierung erlebt haben.
Das Projekt verband drei eng miteinander verknüpfte Elemente: anonyme Interviews mit betroffenen Frauen*, die Performance und begleitende künstlerische Präsentation „Frecuency 528“ sowie eine abschließende Publikation. Die Interviews bildeten somit die inhaltliche Grundlage sowohl der künstlerischen Arbeit als auch der Broschüre.
In einem geschützten Rahmen erzählten die interviewten Frauen* von unterschiedlichen Formen patriarchaler Gewalt, von ihren persönlichen Überlebensgeschichten und von den Ressourcen, die ihnen dabei halfen, Widerstand zu leisten und Wege der Heilung und Selbstermächtigung zu entwickeln. Die Gespräche wurden transkribiert; ausgewählte Audiosequenzen und Erzählungen flossen anonymisiert in die Performance ein.
Aus diesem Material entwickelte die Künstlerin Karina Villavicencio gemeinsam mit der Regisseurin Catia Gatelli die Performance „Frecuency 528“. Durch Körper, Bewegung, Licht, Klang und die Stimmen der Interviewten wurden die Erfahrungen der betroffenen Frauen* künstlerisch sichtbar und erfahrbar gemacht. Das Publikum wurde dabei nicht nur als Zeug*in angesprochen, sondern als Teil eines kollektiven Prozesses der Reflexion, Verantwortung und Heilung.
Die Performance wurde am 18. Januar 2025 im FZM* präsentiert. Im Anschluss bestand die Möglichkeit zu einem Austausch mit der Künstlerin. Das Format schuf einen solidarischen Raum, in dem Gewalt nicht als individuelles Schicksal, sondern als strukturelles, politisches und gesellschaftliches Problem thematisiert wurde. Die Kooperation mit der Diversity Compagnie ist auch in deren Projektdokumentation zu „Frecuency 528“ festgehalten.
Die gleichnamige Broschüre dokumentiert die anonymisierten Erzählungen der interviewten Frauen* und verbindet sie mit der künstlerischen Konzeption der Performance. Sie wurde im Frühjahr 2025 fertiggestellt und dauerhaft digital veröffentlicht. Damit bildet sie ein feministisches Archiv von Gewalterfahrungen, Überleben, Widerstand und Heilung.
Ziele
Ziel des Projekts war es, die Erfahrungen von gewaltbetroffenen Frauen* mit Flucht- und Migrationsbiografien und/oder BIPoC aus intersektionalen und rassismuskritischen Perspektiven sichtbar zu machen.
Durch die Interviews wurde ein geschützter Raum geschaffen, in dem die Betroffenen ihre Erfahrungen selbstbestimmt erzählen und auf Wunsch anonym bleiben konnten. Die Anerkennung ihrer Geschichten sollte individuelle und kollektive Empowermentprozesse fördern und dem gesellschaftlichen Schweigen über patriarchale Gewalt entgegenwirken.
Die künstlerische Bearbeitung der Interviews eröffnete einen weiteren Zugang zu Erfahrungen, die sich häufig nur schwer in Worte fassen lassen. Performance, Stimmen, Klang, Licht und Körper wurden als politische und transformierende Ausdrucksmittel eingesetzt, um Gewalt sichtbar zu machen und zugleich Widerstand, Selbstermächtigung und Heilung in den Mittelpunkt zu stellen.
Das Projekt verstand Self-Care und kollektive Heilung nicht als rein individuelle Prozesse, sondern als feministische und politische Praktiken. Es lud das Publikum dazu ein, Verantwortung zu übernehmen, zuzuhören und sich mit den gesellschaftlichen Strukturen auseinanderzusetzen, die Gewalt ermöglichen, normalisieren und unsichtbar machen.
Mit der Publikation entstand zudem ein dauerhaft zugängliches Archiv, das die Stimmen der beteiligten Frauen* bewahrt und für Sensibilisierung, politische Bildung und zukünftige feministische Arbeit genutzt werden kann.
Projektbeginn: Oktober 2024
Performance „Frecuency 528“: 18. Januar 2025, 18:30 Uhr
Veröffentlichung der Broschüre: Frühjahr 2025
Gesamtprojektleitung: Thais Vera Utrilla
Künstlerische Leitung, Konzeption, Performance und Interviews: Karina Villavicencio
Regie und Lichtkonzept: Catia Gatelli
Sound: Paolo Migali
Video: Irene Rojas Erlenbach
Fotografie: María Rapela
Grafikdesign der Broschüre: Gabriela Gioia
Lektorat: Ilka Eichner
Dieses Kapitel porträtiert die aus Lima stammende Modedesignerin Marisa Fuentes Prado. Sie berichtet von ihrem Leben in Peru, ihrem Umzug nach Kopenhagen und ihrer späteren Migration nach Berlin — und von der Bedeutung unterschiedlicher Orte für ihren persönlichen und beruflichen Entwicklungsprozess sowie ihrer Verbindung zu Friedrichshain und Köpenick.
Marisa Fuentes Prado spricht über nachhaltige Modeproduktion, soziale Projekte in Peru und ihre Rolle als Brücke zwischen Peru und Deutschland. Darüber hinaus reflektiert sie ihre Migrationsgeschichte, das Erlernen der deutschen Sprache und die damit verbundenen Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe.
Ziele
Die Reihe macht die Lebensrealitäten, Biografien und Perspektiven von Frauen* mit Migrationsgeschichte sichtbar. Sie schafft Raum für selbstbestimmte migrantische Narrative und stellt die porträtierten Frauen* als Protagonistinnen ihrer eigenen Geschichten dar.
Das Projekt stärkt die gesellschaftliche und mediale Repräsentation migrantischer Frauen*, würdigt ihre beruflichen und persönlichen Leistungen und vermittelt unterschiedliche Erfahrungen von Migration, Zugehörigkeit, Empowerment und gesellschaftlicher Teilhabe.
Protagonistin: Marisa Fuentes Prado
Bildgestaltung: Pablo Gorelik
Produktion & Fotografie: Hernán Marchese
Gestaltung & Layout: Florencia Risopatrón
Textkorrektur: Simón Marchese, Daniela Hastreiter
Galerie
in Kooperation mit
Gefördert von