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Projekt

Grenzenlos gegen geschlechtsspezifische Gewalt: Berlin und Buenos Aires im Dialog

Über das Projekt

„Grenzenlos gegen geschlechtsspezifische Gewalt: Berlin und Buenos Aires im Dialog“ ist ein transnationales Kooperations- und Wissenstransferprojekt zur Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt. Es bringt Erfahrungen aus Berlin-Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg mit Perspektiven feministischer und basisorganisierter Initiativen aus Buenos Aires zusammen. 

Das Projekt hinterfragt vorherrschende Vorstellungen von internationalem Wissenstransfer, die häufig von einer einseitigen Weitergabe von Wissen aus dem Globalen Norden in den Globalen Süden ausgehen. Stattdessen rückt es die innovativen Strategien feministischer Bewegungen und selbstorganisierter Initiativen aus Lateinamerika in den Mittelpunkt und stärkt den Süd-Nord-Wissenstransfer. 

Im Rahmen des Projekts werden zwei Aktivist*innen des Frente de Organizaciones en Lucha (FOL) aus Argentinien nach Berlin eingeladen. Vom 31. August bis 4. September 2026 nehmen sie an einem fünftägigen Delegationsprogramm mit Fachbesuchen, Gesprächen und Austauschformaten in Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg teil. 

Während der Delegationswoche lernen die Teilnehmer*innen verschiedene Initiativen und Einrichtungen kennen und tauschen sich über unterschiedliche Arbeitsweisen, Herausforderungen und erfolgreiche Ansätze im Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt aus. Im Mittelpunkt stehen gemeinschaftsbasierte Prävention, Selbstorganisation und Empowerment, die Unterstützung und Begleitung von Betroffenen sowie die Verbindung von sozialer und geschlechtsspezifischer Gerechtigkeit. 

Weitere thematische Schwerpunkte sind feministische Netzwerke und transnationale Solidarität, die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, migrantischen Communities und öffentlichen Institutionen sowie Strategien gegen antifeministische und demokratiefeindliche Rückschritte. 

Ein besonderer Fokus liegt auf den Erfahrungen marginalisierter und migrantisch geprägter Stadtviertel in Buenos Aires sowie auf den Zusammenhängen zwischen geschlechtsspezifischer Gewalt, Wohnraum, Wohnrechten, Care-Arbeit und feministischer Ökonomie. Diese Perspektiven werden mit Ansätzen aus der Berliner Beratungs-, Präventions- und Gemeinwesenarbeit verbunden. 

Den Abschluss der Delegationswoche bildet am 3. September 2026 eine öffentliche Fachveranstaltung im Rathaus Lichtenberg. Dort werden Perspektiven aus Berlin und Buenos Aires diskutiert und zukünftige Formen der Zusammenarbeit entwickelt. 

Die Ergebnisse des Austauschs sollen anschließend in einer oder zwei zweisprachigen Broschüren dokumentiert werden. Diese sollen sowohl die Ausgangssituationen in Berlin und Buenos Aires darstellen als auch konkrete, an die jeweiligen Kontexte angepasste Handlungsmöglichkeiten zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt vermitteln. 

Ziele 

Ziel des Projekts ist es, den gleichberechtigten Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen basisorganisierten feministischen Initiativen aus Buenos Aires, Berliner Zivilgesellschaft, migrantischen Communities und öffentlichen Institutionen zu stärken. 

Durch den Süd-Nord-Wissenstransfer sollen Erfahrungen aus gemeinschaftsbasierter Gewaltprävention, kollektiver Selbstorganisation, feministischer Ökonomie und Empowerment für die lokale Arbeit in Berlin sichtbar und nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig werden Berliner Erfahrungen in den transnationalen Austausch eingebracht. 

Das Projekt fördert die Entwicklung neuer lokaler Strategien zur Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt sowie zur Begleitung und Unterstützung Betroffener. Dabei sollen bewährte Ansätze nicht unverändert übertragen, sondern gemeinsam reflektiert und an die jeweiligen gesellschaftlichen und lokalen Kontexte angepasst werden. 

Ein weiteres Ziel ist der Aufbau nachhaltiger transnationaler feministischer Netzwerke. Angestrebt wird ein Solidaritätsabkommen zwischen den beteiligten Initiativen, das konkrete Formen der weiteren Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung über den Projektzeitraum hinaus festhält. 

Die zweisprachigen Materialien und die Projektdokumentation sollen die gewonnenen Erkenntnisse langfristig zugänglich machen und als praktische Werkzeuge für weitere Veranstaltungen, Bildungsarbeit, politische Debatten und zukünftige Austauschformate in Berlin und Buenos Aires dienen. 

Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, insbesondere zu SDG 5 – GeschlechtergleichheitSDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen und SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. 

Delegationsprogramm: 31. August bis 4. September 2026 
Öffentliche Fachveranstaltung: 3. September 2026 
Ort der Fachveranstaltung: Rathaus Lichtenberg 
Projektlaufzeit: 1. April bis 31. Oktober 2026 

Projektträger und kommunale Koordination: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin und Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin 
Koordination: Rebecca Campos Siebeck, Dr. Ana Martínez Fernández (FZM*) 

Internationaler Kooperationspartner: Frente de Organizaciones en Lucha (FOL), Argentinien 

Weitere Kooperationspartner*innen: Casa Popular Marielle Franco, Au Pairs Unidas, Ciudad Migrante und StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt im Nachbarschaftshaus Urbanstraße 

Projektteam: Rebecca Campos Siebeck, Dr. Ana Martínez Fernández, Thais Vera Utrilla, Helena Jansen, Eva Karpf und Dr. Tilo Hase

Details

Zeitraum: April bis Oktober 2026; Delegationsprogramm vom 31. August bis 4. September 2026 

Kategorie: Geschlechtsspezifische Gewalt / Transnationale feministische Netzwerke / Wissenstransfer 




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