Feministische Mutterschaften: Schwangerschaftsverlust, Trauer-und Heilungsprozesse
Über das Projekt
Im Rahmen der Reihe „Feministische Mutterschaften“ veranstaltete das FZM* ein Gespräch mit der Künstlerin Stephanie Del Carpio Torres über Schwangerschaftsverlust und dessen künstlerische Verarbeitung. Die Veranstaltung fand anlässlich der Frauenwoche und im Kontext der laufenden Ausstellung statt.
Ausgehend von Stephanies künstlerischen Arbeiten wurde darüber gesprochen, wie Erfahrungen von Schwangerschaftsverlust erlebt, erzählt und erinnert werden können. Im Mittelpunkt stand die Frage, inwiefern Kunst einen Raum für Erfahrungen eröffnen kann, für die häufig die Worte fehlen, und welche Bedeutung künstlerische Prozesse für den Umgang mit Verlust, Trauer und Erinnerung haben können.
Das Gespräch thematisierte außerdem die gesellschaftliche Unsichtbarkeit von Schwangerschaftsverlust. Obwohl diese Erfahrung viele Menschen betrifft, bleibt sie im öffentlichen Raum häufig unausgesprochen. Tod, Krankheit, Verlust sowie ambivalente oder schwierige Erfahrungen im Zusammenhang mit Mutterschaft finden in gesellschaftlichen Erzählungen weiterhin wenig Platz.
Weitere Schwerpunkte waren die gesellschaftliche Wahrnehmung schwangerer Körper, die Veränderungen dieser Wahrnehmung nach einem Verlust sowie der Einfluss kultureller, sprachlicher und migrantischer Kontexte auf Trauerprozesse. Dabei wurde auch reflektiert, dass die institutionelle Begleitung häufig vor allem die körperlichen Aspekte berücksichtigt, während emotionale Unterstützung und langfristige Begleitung weniger klar verankert sind.
Im zweiten Teil wurde gemeinsam mit dem Publikum über Einsamkeit, Unterstützungsnetzwerke und feministische Formen der Begleitung gesprochen. Ausgehend von der Vorstellung, dass es für die Begleitung von Mutterschaft und Verlust eine Gemeinschaft braucht, wurden Möglichkeiten solidarischer, institutioneller und selbstorganisierter Unterstützung diskutiert.
Nach dem moderierten Gespräch öffnete sich die Veranstaltung für Fragen, Kommentare und persönliche Reflexionen aus dem Publikum.
Ziele
Ziel der Veranstaltung war es, Schwangerschaftsverlust als verbreitete, aber gesellschaftlich wenig sichtbare Erfahrung zu thematisieren und einen geschützten Raum für Austausch, Zuhören und gemeinsame Reflexion zu schaffen.
Das Gespräch sollte dazu beitragen, das Schweigen und die Isolation rund um Schwangerschaftsverlust zu durchbrechen. Durch das Teilen und Zuhören unterschiedlicher Geschichten wurde die Erfahrung nicht nur als individuell, sondern auch als gesellschaftlich und politisch relevant sichtbar gemacht.
Gleichzeitig machte die Veranstaltung das Potenzial der Kunst als Sprache, Erinnerungsraum und Ausgangspunkt für gesellschaftliche Gespräche erfahrbar. Stephanies Arbeiten eröffneten einen Zugang zu Verlust und Trauer, der über rein medizinische oder institutionelle Perspektiven hinausging.
Darüber hinaus sollten feministische und gemeinschaftliche Formen der Begleitung gestärkt und die Bedeutung emotionaler, sozialer und kulturell sensibler Unterstützungsnetzwerke sichtbar gemacht werden.
Biografie der Künstlerin:
Stephanie Del Carpio Torres is a Peruvian-American artist, living and working in Berlin, Germany, and Valencia, Spain. She received her Bachelor of Fine Arts from the School of the Art Institute of Chicago in 2012 and Master of Fine Arts from the New York Academy of Art in 2017. Her work centers on self-portraiture as a way of exploring her personal history, identity, and experiences of foreignness.
Künstlerin und Gesprächspartnerin: Stephanie Del Carpio Torres . Kurzbiografie noch zu ergänzen
Moderation und inhaltlicher Input: Dr. Ana Martínez Fernández
Begrüßung, Einführung und Abschluss: Thais Vera Utrilla
Ort: FZM* Berlin
Kontext: Frauenwoche und laufende Ausstellung
Fotos von Aleks Slota
Details
Zeitraum: 7. März 2026
Kategorie:Mutterschaft / Kunst / Körper und reproduktive Erfahrungen
Galerie
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